Ein Weg zum guten Schlaf durch Yoga Nidra

16.07.2019
Anna E. Röcker

Guter Schlaf ist wirklich ein Segen, den wir leider nicht erzwingen können. Sicher kennen einige Leserinnen und Leser nächtliche Alpträume, wenn sich der Schlaf einfach nicht einstellen möchte. Je mehr man es sich wünscht, umso mehr Gedanken stellen sich ein, bedrängen den armen müden Körper und machen ihn wacher anstatt ruhiger.


Vor vielen Jahren stiess ich selbst auf eine Yoga-Praktik, die mich von Anfang an faszinierte: Yoga Nidra, der Schlaf der Yogis. Es handelt sich zwar nicht um den tiefen Nachtschlaf dabei, sondern um eine Art schlafähnlichen Zustand, allerdings kann dieser zu einem gesunden Schlaf führen. Yoga Nidra ist eine sehr alte und sehr wirkungsvolle Technik der Tiefenentspannung, die ihren Ursprung in den Weisheitsschriften des Yoga hat und dann für den modernen Menschen von einem Yoga-Gelehrten namens Satyananda Saraswati aufbereitet wurde.


Diese Methode ist leicht zu erlernen. Sie wird in der Regel in der Rückenlage mit geschlossenen Augen ausgeführt. Eine sogenannte Yoga-Nidra-Reise dauert 15-20 Minuten. Sie beginnt mit einer kurzen Entspannung, dann folgt eine Anleitung zur Wahrnehmung der einzelnen Körperteile. Anfangs braucht man dazu einen Lehrer oder einfach nur eine CD, später kann man sich die Reise durch den Körper auch einfach nur selbst vorstellen. Die achtsame Wahrnehmung des Atems, der auftauchenden Gedanken und Gefühle und die anschließende Körperreise führen zu einer sehr tiefen Entspannung auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene. Dabei kommt es zu einem Ausgleich im sogenannten Vegetativen Nervensystem, d.h. der Teil des Nervensystems wird stimuliert, der für Beruhigung und auch für den Schlaf zuständig ist. Ausserdem kommt es dadurch u.a. zu einer Reduzierung der Schmerzempfindlichkeit, zur besseren Koordination linker und rechter Gehirnhälfte und zum Abbau von Stress. Angenehm ist vor allem das zur Ruhe kommen der Gedanken.


Wenn man Yoga Nidra für einen guten gesunden Schlaf einsetzen möchte, spricht man vor und nach der Körperreise einen entsprechenden Satz, z.B. „Ich überlasse mich dem wohltuenden Schlaf“.  Diese Botschaft wird damit nicht nur vom Bewusstsein aufgenommen, d.h. spricht nicht den Willen an, sondern vom Unbewussten, das während der Tiefenentspannung aufnahmebereiter ist.


Will man Yoga Nidra z.B. für Veränderungen von negativen Gewohnheiten, zur  Unterstützung in einem Krankheitsprozess einsetzen oder um seinem Leben eine neue Richtung zu geben, spricht man ebenfalls während der tiefen Entspannung einen Satz, in Form eines festen Entschlusses, der dann vom Unbewussten aufgenommen wird. So kommt es langsam auf Ebene des Gehirns zu einer Art „Umprogrammierung“


Yoga Nidra setzt keine andere Yoga Praxis voraus, wobei es sich als Ergänzung sehr gut eignet. Es kann von jedem Menschen praktiziert werden, die einzige Einschränkung ist das Vorliegen einer schweren psychischen Erkrankung.


Anna E. Röcker / www.annaroecker.de


Veröffentlichungen von Anna E. Röcker:

  • Buch: Mit Yoga Nidra das Leben meistern, Via Nova Verlag
  • CD: Mit Yoga Nidra das Leben meistern, Via Nova Verlag
  • CD: Yoga Nidra – Immunsystem stärken, Selbstheilungskräfte anregen, Via Nova Verlag
  • CD: Yoga Nidra – Die innere Weisheit nutzen, Probleme lösen, Via Nova Verlag
  • CD: Yoga Nidra – Reise durch Organe, Knochen und Gelenke, Via Nova Verlag

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